Der Wasserzweckverband informiert

Neuigkeiten aus dem Zweckverband, Informationen zum Trinkwasser und wichtige Nachrichten für das Verbandsgebiet lesen Sie an dieser Stelle.

Wasserversorgung in heißen Zeiten

Rund 5.000 m³ täglich!

Sicherlich haben Sie alle in den vergangenen Tagen und Wochen die Schwierigkeiten einiger Wasserversorger in Bayern, Schwaben aber auch im Ostallgäu mitbekommen. Sie haben sich vielleicht auch gefragt „wie steht es um meine Wasserversorgung?“.
Durch die geringen Niederschläge der letzten Wochen und natürlich auch durch die hohen Temperaturen kommen zunehmend mehr Versorger in Schwierigkeiten, die täglich notwendigen Wassermengen aus Ihren Quellen oder Tiefbrunnen zu gewinnen. Nachfolgende Probleme zeigen sich dann auch noch in der Wasserqualität z.B. durch Coliforme Keime und den daraus erlassenen Abkochanordnungen.

Letztlich sind die Wasserversorger in solch schwierigen Situationen häufig sehr eingeschränkt in ihren Maßnahmen. Im schlimmsten Fall sind Wassertransporte oder Behelfsversorgungen notwendig, um die Versorgung zu gewährleisten. In unserer Zeit will niemand auf seinen täglichen Bedarf an Trinkwasser, natürlich mit 24 Stunden-Versorgung, verzichten. Dies ist aber nur möglich, wenn die Trinkwasserversorgung auf mehreren „starken Beinen“ steht.

Zum Glück dürfen wir Ihnen mitteilen, dass wir derzeit keine Schwierigkeiten mit der Versorgung unseres Verbandsgebiets haben. Natürlich nehmen auch wir die sinkenden Grundwasserstände zur Kenntnis, allerdings sind wir hier in der glücklichen Lage, zwei starke und gut versorgte Grundwasserströme in der Hochreute und im Gerbishofer Feld zu haben.
Unser Tagesbedarf beläuft sich derzeit auf rund 5.000 m³ am Tag. Damit Sie mit der Zahl vielleicht etwas mehr anfangen können – im deutschen Durchschnitt verbraucht eine Person 35 m³ Wasser pro Jahr. Diese täglichen 5.000 m³ stellen den Jahresbedarf eines Milchviehbetriebs mit ca. 250 Großvieheinheiten dar. Wir können uns sogar den „Luxus“ leisten, dass sämtliche Brunnen (Friedhöfe, öffentliche Plätze usw.) in Betrieb bleiben, Sportplätze bewässert und Pools befüllt werden. Hier würde es sicherlich eine Liste an Dingen geben, die man bei Problemen mit der Wasserversorgung reduzieren bzw. sogar einstellen müsste.

In diesen „heißen Zeiten“ muss man aber auch immer bedenken, dass wir als Wasserversorger immer daran arbeiten, dass diese Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Die vorhandenen Gewinnungsanlagen bestätigen uns diese Sicherheit seit fast 50 Jahren. Diese Sicherheit ist für unsere Kunden natürlich sehr wichtig und deshalb arbeiten wir daran, die Schutzgebiete für die Gewinnungsanlagen gemäß den gesetzlichen Anforderungen anzupassen. In den Verfahren zur Neuausweisung der Schutzgebiete ist eine Prüfung von alternativen Gewinnungsmöglichkeiten durchzuführen. Dieser Prüfung kommen wir natürlich auch nach und werden mögliche zusätzliche oder alternative Entnahmestellen sehr gründlich prüfen.

Unsere Gewinnungsanlagen in der Hochreute und im Gerbishofer Feld, wie schon häufig gefordert zu verlagern bzw. aufzugeben, sehen wir zum heutigen Zeitpunkt als sehr schwierig an. Eine solch hohe Sicherheit an Qualität und Quantität ist nur sehr schwer zu ersetzen.

Die Mitglieder der Verbandsversammlung und des Verbandsausschusses werden hier sicherlich für unser Versorgungsgebiet verantwortungsvolle Entscheidungen treffen.

Wir wollen versuchen Ihnen auch in Zukunft ausreichendes, qualitativ hochwertiges und auch bezahlbares Wasser zu liefern.
„Wasser ist Leben“

Wasser ist Leben

Aber nicht für ALLE

In diesem Jahr kann der Zweckverband zur Wasserversorgung Gennach-Hühnerbach-Gruppe auf sein 50jähriges Bestehen zurück blicken. Die Verantwortlichen waren immer bemüht und bestrebt AUSREICHEND, GUTES und QUALITATIV HOCHWERTIGES Trinkwasser zu liefern. Dies war in all den Jahren aber nur möglich indem ein besonderes Augenmerk auf die Wasserschutzgebiete mit ihren Einschränkungen für die Bewirtschaftung gelegt wurde. Der Verband war auch immer gewillt mit einer ausreichenden Entschädigung die betroffenen Grundstückseigentümer für die Einhaltung dieser Vorgaben auszugleichen. Zudem konnte der Zweckverband in den vergangenen Jahrzehnten sehr viele Flächen in den beiden Schutzgebieten erwerben und die entsprechenden Eigentümer mit Tauschflächen oder marktgerechten Kaufpreisen abgelten.
Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass der Zweckverband in dieser ganzen Zeit alle Trinkwassermengen ohne Lieferschwierigkeiten bereitstellen konnte und sie uns sicherlich als zuverlässigen Wasserversorger kennenlernen konnten.

All die Bemühungen des Zweckverbands, seine Kunden mit ausreichendem und erstklassigem Trinkwasser zu versorgen und hierbei so viel Rücksicht wie möglich auf die Eigentümer der Schutzgebietsflächen zu nehmen, haben anscheinend nicht ausgereicht.

Zwei Grundstückseigentümer aus Thalhofen, die noch Mitglied in der Eigentumsschutzgemeinschaft (ESG) sind, haben am 13.01.2012 einen Normenkontrollantrag gegen die Verordnung des Landratsamtes Ostallgäu zur Festsetzung des Wasserschutzgebiets in der Wassergewinnungsanlage Hochreute beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht. Die Verordnung für die Wassergewinnungsanlage Hochreute wurde am 19.01.2011 durch das LRA Ostallgäu erlassen. Fast genau sechs Jahre später reichen nun diese Kläger ihre Begründung zum Normenkontrollantrag vom 13.01.2012 gegen diese Verordnung ein. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof wird nun die Verordnung und das gesamte Verfahren mit allen notwendigen Beteiligungen überprüfen.
Unsere Enttäuschung über diese Entscheidung der beiden Eigentümer können sie sicherlich herauslesen. Wir beliefern auch diese Eigentümer seit Jahrzehnten mit dem wichtigsten Lebensmittel „Trinkwasser“, vor allem benötigen beide Eigentümer dieses hervorragende Trinkwasser für ihre aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in großer Menge. Wir sind auch hier unseren Verpflichtungen nachgekommen und konnten immer die benötigen Tagesmengen bereitstellen. Auch wurde den Landwirten immer die festgesetzte Ausgleichszahlung für die betroffenen Flächen ausbezahlt. Seit 01.01.2017 wurde diese Entschädigung von uns freiwillig auf 300,00 € je ha und Jahr erhöht. Anscheinend sind all unsere Bemühungen nicht genug – bis heute sind uns die Gründe für diese Entscheidung der Klageeinreichung nicht klar.
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof wird nun darüber entscheiden müssen, in wie weit die Kläger Recht bekommen. Wir hoffen auf eine positive Entscheidung für den Zweckverband, da bei einem neuerlichen Schutzgebietsverfahren weitere hohe Kosten entstehen, die wir letztlich wieder auf unsere Wassergebühren umlegen müssten.
Von der Gewinnungsanlage Hochreute aus werden im Normalbetrieb die Gemeinden Germaringen, Jengen, Oberostendorf und Westendorf mit den jeweiligen Ortsteilen versorgt. Bei Wartungsarbeiten an einer der Gewinnungsanlagen Hochreute oder Gerbishofer Feld übernimmt dann jeweils eine Anlage die Gesamtversorgung.

In Schutzgebietsverfahren „Wassergewinnungsanlage Gerbishofer Feld“ sind die Bohrungen und Untersuchungen abgeschlossen. Hier wurde uns nun vom beauftragten Büro der erste Entwurf des Wasserschutzgebiets vorgestellt. Wie bereits durch die Fachbehörden Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt Ostallgäu angekündigt soll sich dieses Schutzgebiet aufgrund der derzeit geltenden gesetzlichen Vorgaben sehr vergrößern – im ersten Entwurf reicht die Schutzzone 3 bis an die Gemarkungsgrenze Osterzell.
Wie schon mehrfach mitgeteilt, konnten wir auch in diesem Bereich nicht alle Eigentümer von dieser drohenden Vergrößerung überzeugen. Nachdem zwei Grundstückseigentümer ihre Einwände nicht zurückgenommen haben wird dieses Verfahren nun aufgrund dieser geltenden Vorgaben neu durchgeführt – die Folgen für das Kaltental sind nach ersten Informationen beträchtlich.
Von der Gewinnungsanlage Gerbishofer Feld versorgen wir im Normalbetrieb den Markt Kaltental, die Gemeinden Osterzell, Mauerstetten und Stöttwang ebenfalls mit ihren Ortsteilen.
Die Verhandlungen für die beiden Schutzgebiete ziehen sich weit über 10 Jahre hin. Die Aussagen des Rechtsbeistands (Vertreter aller Grundstückseigentümer der Eigentumsschutzgemeinschaft ESG) wir sollen unsere Wasserversorgung aufgeben und uns an die Wasserversorgung der Stadt Kaufbeuren anschließen werden hier immer wieder vorgebracht.
Natürlich sind wir in solch einem Verfahren auch verpflichtet nach alternativen Möglichkeiten der Wasserversorgung zu suchen. Sie können sich aber sicher vorstellen, welch intensive Maßnahme dies für einen Versorger bedeutet, der ein Versorgungsgebiet in unserer Größe mit 6.000 aktiven Wasserabnahmestellen, rund 16.000 versorgten Einwohnern, großen Gewerbebetrieben, einer sehr großer Anzahl an Nutztieren und einer Verkaufsmenge von rund 1,2 Mio. m³ Trinkwasser betreibt. Wir werden hier alle Möglichkeiten untersuchen sowohl wassertechnisch wie auch betriebswirtschaftlich.
Eine Versorgung die seit bald 50 Jahren solch eine stabile Wasserversorgung mit bester Qualität bietet, können und wollen wir natürlich nicht einfach so verändern. Die verantwortlichen Gremien werden mit viel Weitblick die Weichen für die Zukunft der Wasserversorgung Gennach-Hühnerbach-Gruppe stellen – dies garantieren wir Ihnen!

Wir wollen ihnen auch in Zukunft ausreichendes, qualitativ hochwertiges und auch bezahlbares Wasser liefern.

„Wasser ist Leben – der Weg ist das Ziel“